Die interaktive Konstruktion von Blindheit in der Serie „Wir sind Anwalt“

Eine kritische Analyse im Spannungsfeld von Arbeitsassistenz

Autor/innen

  • Miklas Schulz Leibniz Universität Hannover

Schlagwörter:

Critical Blindness Studies, Fernsehserie, Ableismus, Stigmatisierung, Dispositivanalyse

Abstract

Zum Thema Inklusion zählt auch die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung am Arbeitsleben, die in der seit 2018 von der ARD ausgestrahlten Fernsehserie „Wir sind Anwalt“ verhandelt wird. In diesem Beitrag wird rekonstruiert, wie die blinde Rechtsanwältin Romy Heiland und ihre Arbeitsassistenz Ada Holländer interagieren und welches Bild von Blindheit dadurch gezeichnet wird. Das als leitend gewählte Dispositiv-Konzept dient dabei als Analyseraster. Die These ist, dass die im Behinderungsdispositiv prozessierten Wissensordnungen helfen, die Darstellung in der Serie mit ableistischen Subjektentwürfen zu verknüpfen. Es zeigt sich, dass Stigmatisierungen eher als Stilmittel eingesetzt statt überwunden werden. Scheinbar hat sich das als individualistisch entworfene hegemoniale Differenz-Wissen erfolgreich durchsetzen können und ein vornehmlich medizinisch-defizitäres Verständnis von Blindheit reproduziert.

Autor/innen-Biografie

  • Miklas Schulz, Leibniz Universität Hannover

    Prof. Dr. phil. Miklas Schulz lehrt und forscht als Gastwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Inklusive Pädagogik und Schulentwicklung am Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Angewandte Erziehungswissenschaft der Stiftung Universität Hildesheim. Zu seinen Arbeits- und Forschungsschwerpunkten gehören u. a. Behinderung aus Perspektive der Disability/Critical Blindness Studies, Intersektionalität und Disability in Education, Rekonstruktive Methoden der Sozialforschung, insbes. Dispositiv-/Subjektivierungsanalyse sowie leibphänomenologisch informierte (Auto-)Ethnografie.

Veröffentlicht

25.04.2024

Ausgabe

Rubrik

Artikel

Zitationsvorschlag

Die interaktive Konstruktion von Blindheit in der Serie „Wir sind Anwalt“: Eine kritische Analyse im Spannungsfeld von Arbeitsassistenz. (2024). Zeitschrift für Inklusion, 19(1), 119-136. https://inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/article/view/704